Rodeo von Rönnskär nach Bjuröklubb

Heute klingelt der Wecker erst um Acht. Wir wollen das Gasproblem lösen und gehen nach dem Frühstück zu „Seatec“, der örtlichen Werft und dem Motorschlittenvertrieb. „Hey hey“ stören wir beim morgendlichen Kaffee. Wir stehen mit zwei blauen Gasflaschen vor den Herren und erklären unser Problem. Schulterzucken, Augenbrauen werden hochgezogen, Hände bilden Fäuste in den Taschen. Wir erzählen, dass wir gelesen haben, dass Intersport solche Flaschen eventuell vertreibt. „Intersport ist in der Stadt.“ Wir wollen ein Taxi nehmen. „Viel zu teuer, er könnte euch fahren“ sagt der Chef. Nun läuft er zu Hochform auf und telefoniert ganz Skellefea ab. Wir hatten alles, Dolmetscher, Fahrer und zwei leere Gasflaschen. Leider haben wir die leeren Gasflaschen imer noch, denn trotz aller Bemühungen, war nichts zu bekommen. Auch füllen wollte niemend die Flaschen. Noch haben wir eine halbe Flasche, die könnte auch für uns noch reichen, aber die Crew danach hat ein Problem. In Stockholm gibt es mit Sicherheit Campinggaz.
Der Wind hat aufgefrischt und mittags dampfen wir bei auflandigem Wind kräftig in die Spring ein und verlassen den Hafen Richtung Bjuröklubb. Die Fock zieht uns bei fast raumen Wind mit nahezu 6 Knoten nach Süden. Eigentlich sehr schön, wenn die Welle nicht wäre. Mit manchmal über 2 Meter Höhe rollt sie querab bis achtern an und versetzt Herkules immer wieder. Das Schiff geigt enorm. Das tägliche 11 Uhr-Bier schäumt bis zum Zäpfchen. Ute gibt nach über einer Stunde Ruder gehen, an Nina ab, die dann die restlichen zweieinhalb Stunden großen Spass daran hat die Wellen abzureiten.
Nach 17 nm laufen wir in den kleinsten Hafen der Herkulesgeschichte ein. Zwei Bootslängen lang und anderthalb Bootslängen breit ist unser Unterschlupf. Wir liegen an einer hohen Holzmole und sehen in den Sonnenuntergang. Natürlich sind wir alleine im Hafen und die Sauna ist angeheizt. Wir überlegen, ob wir einen Hafentag einlegen, aber der Blick in den Wetterbericht empfiehlt uns, morgen doch nochmal 50 nm weiter nach Süden auf Höhe Umea zu fahren, da der Nordwind nur morgen noch vorherrscht und danach der Wind auf SW dreht.

3 Kommentare

  1. Hi Ihr Drei,
    Alter Schwede – solche Häfen liebt Käpt’n Blaubär! Hoffentlich kommt ihr mit dem Wind noch gut runter. Wie lange ist es jetzt eigentlich noch hell bei euch? Was machen die Mücken? OK – Campingaz gibts spätestens in Stockholm, ein Adapter für Primagaz ginge aber auch.
    Handbreit
    holger

  2. …geht ja ganz schön vorwärts bei euch. Schön das alle immer den richtigen Wind aus der richtigen Richtung haben .-))
    Dann hoffe ich, dass Ute weiterhin ihre Anzugsordnung nicht umstellen muss.
    Mache jetzt gleich nach Italien los. Verfolge aber alles weiter. Die Facebook Einträge schleifen etwas …. Aber wenn das Fräulein Müntz immer nur am Steuer stehen muss..

    Ciao, Ciao
    Matti

  3. Schon krass, dass bis kurz vor diesem winzigen Hafen tatsächlich Google Street View angeboten wird. War schon in Finnland so. Da kann man sich dann endlos lange Straßen ansehen mit nur Wald an der Seite. Nichts zu verpixeln weit und breit. Aber am Ende den Blick aufs Meer.

    Tom hat mit seinen Filmen ja schon mal an gefangen mit der Baltic Sea View, was ja durchaus auch eine reizvolle Aufgabe sein kann …

    Ahoi und liebe Grüße, dem Kater gehts gut, Jens

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