Mit Highspeed ins Paradis

image image imageDoch bevor ich von unserem Paradis berichte, noch ein Nachtrag zur Lobeshymne auf die Schweden. In Husum gibt es eine riesige Sulfatfabrik – natürlich am Hafen. Bei unserer Abfahrt am gestrigen Morgen hing eine übel stinkende Schwefelwolke über der Bucht, so dass wir dem Rasmus bei Windstille, beinah unser opulentes Frühstück vermacht hätten. Derartige Umwelterlebnisse hatte ich am Ende der 80er Jahre in Böhlen oder Espenhain. Alter Schwede – das geht gar nicht!!!

Nach zwei Stunden unter Motor kam dann auch der vorausgesagte Wind und wir konnten mit wenigen Kreuzschlägen ins Paradies einfahren. Mit über 7 Knoten rauschten wir in eine phantastische und unbeschreiblich schöne Küstenlandschaft. Schwedens Höga Kusten! Steile rote Granitfelsen ragen aus dem Wasser, welche dicht bewaldet und von unzähligen Buchten sowie Fjorden durchzogen sind. Unser Guide Ute hatte eine kleine, kreisrunde Bucht für uns ausgesucht, wo wir mit Heckanker wie auf einem Spiegel lagen. Da wir während dieser Reise auch schon am nördlichsten Punkt der Ostsee waren, wollten wir auch die höchste Insel der Ostsee erkunden. Mjältön ist 236 Meter hoch und nachdem wir den Gipfel erklommen haben, bot sich uns ein unbeschreiblicher Ausblick in diese Traumlandschaft. Der Weg zum Gipfel war von unzähligen köstlichen Pilzen gesäumt, so dass unser Abendbrot gesichert ist. Der Nachbar sagte uns, dass wir unbedingt einen Stein mit nach oben nehmen müssen, damit der Berg noch wächst. Der Berg ist nun wieder einige Zentimeter gewachsen.
Natürlich hatte unsere Traumbucht eine kleine Sauna, Feuerstelle und Grillplatz. Wir nutzten alles ausgiebig!
Unser Gas geht zur Neige, was wir aber nicht so dramatisch empfinden, denn es gibt überall Feuerstellen. Dann wird der Kaffee eben anders gekocht. Schlimmer jedoch wirken sich die abnehmenden Alkoholvorräte auf die Moral der Crew aus. Wie haben noch 6 kleine Bier und 200ml Wodka. Matti Hauki, Danke! Du hast den Bordfrieden gerettet. Da wir bisher die größeren Städte, und damit das Systembolaget gemieden haben, ist das der Preis für die einsamen Orte.
Wir sind auf dem Weg nach Häggvik, einem kleinen Hafen, der nur durch einen schmalen Fjord erreichbar ist. Wir sind gespannt!

2 Kommentare

  1. Ihr Lieben, das Gas geht zu neige und der Alkohol — das sind doch untrügliche Zeichen, dass ihr die Zivilisation so langsam hinter euch lasst. Als nächstes bindet ihr das Brotmesser an einen Stock und geht auf Hasenjagt … Die Fotos sehen jedenfalls so aus, als wenn man dort in aller Ruhe verwildern könnte.

    Grüße aus dem urbanen Leben (in der Bornaischen verlegen sie jetzt auch nachts die Gleise), Jens

  2. Ihr Lieben,
    ihr kommt ja zügig voran und findet dann auch noch die netten Orte – wir freuen uns auf Herkules und euch natürlich. Bei uns geht es heute nach Berlin, morgen mit dem Flieger nach Stockholm und dann mit der Bahn nach Sundsvall zu euch. Ob wir das Gasproblem lösen können, steht noch in den Sternen – Propan statt Butan, 30mB statt 50mB Druck und dann vielleicht noch ein anderes Anschlussgewinde – da werden wir wohl auch auf Feuerholz zurück greifen müssen…
    Wünsche euch eine gute Weiterfahrt – see you soon!
    Handbreit
    holger

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