Herkules im Orient

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Wir haben die ersten knapp 30 Seemeilen hinter uns und liegen in … Konstantinopel, nein, keine Angst, wir sind nicht mit Herkules davongeflogen, es war ein Schreibfehler dank Autokorrektur. Es muss Kristianopel heißen, ein schöner kleiner gemütlicher Hafen südwärts im Kalmarsund. Aber zurück zur Chronik des heutigen so langen Tages. Die Mädels waren gerade Richtung Heimat davongebraust, da haben wir nach einem etwas unorthodoxen, weil nur in der Nachsaison möglichen Ablegemanöver – einfach Vorleine bei seitlichem Wind los, Muringleine noch fest, dann in die Gasse drehen und weg – Kalmar Richtung Süden bei herrlichem Sonnenschein mit leichter Bewölkung verlassen. Einige Untiefentonnen, ostwärts zu umfahren, wiesen uns, aufgereiht wie eine Perlenschnur, den Weg. Zeitweise holte Rasmus erstmal Luft und blies dann mit bis zu 25 kn in den Böen. Wir gönnten ihn und auch uns noch einen kleinen Schluck Wodka und er brachte uns mit fast 7 kn Fahrt bis in dieses „orientalische“ Häfchen. Das Anlegemanöver war dann etwas speziell, leider oder Gott sei Dank, ohne Publikum aufgrund nur verlassender einzelner Schiffe am Pier. Ralf nahm meine Anweisung, mir die Vorleine nach Durchfädeln durch einen Ring auf der Pier wieder auf das Schiff zurückzugeben, etwas zu wörtlich und reichte sie mir eher von unten über die Scheuerleiste, nach Platsch und kurzem Pufffff im Hafenbecken. Nach kurzer Verwirrung haben Friedel und ich das Manöver ohne Blessuren an Herkules und natürlich Ralf beendet. Lieber Kommodere, der Funktionstest der mitgeführten Automatikrettungswesten – Weste und Träger wurden streng nach dem Zufallsprinzip ausgewählt und unter Realbedingungen mit vollständigem Ölzeug, Lifebelt und Handy in der Jacke – war erfolgreich, Segler trieb mit Kopf nach oben Richtung Leiter des Hafenbeckens, noch Fragen?

Es erschien kurze Zeit nach Ankunft und erfolgreicher Trocknung ein sehr netter Hafenmeister, der uns einen sehr fairen Preis für Herkules Liegeplatz, Wifi und Strom machte. Außerdem hat der Hafen eine Topausstattung inclusive zwei sehr gut funktionieren Trocknern, da störte auch der Ausfall der Beleuchtung im Duschtrakt nicht, ich wollte schon immer mal mit Kopflampe heiß duschen. Unser lunarer Beleuchtungsassistent kam pünktlich kurz nach Sonnenuntergang am östlichen Horizont hinter dem gegenüber des Sundes noch zu erahnenden Öland hoch. Wir gehen mit diesem Mondlicht jetzt früh schlafen. Gute Nacht!

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3 Kommentare

  1. Na endlich wird die Ausrüstung mal auf Herz und Nieren getestet. Da Herkules ja topp ausgestattet ist, habt ihr ja für jeden Tag ein neues Gimmick.
    Hauptsache ihr fahrt in Greifswald nicht in der Rettungsinsel ein.

    Viel Spaß und weiter so….

    Matti

  2. Was für ein spektakulärer Törnstart, lieber Utz! Gibt es Fotos? Tonaufnahmen? Filme? Früh aufstehen – ja, das hatten wir auch und haben es sogar gemocht. Sind sehr gespannt, wie die letzte Etappe wird und ob ihr Zeit für einen Ausflug auf Bornholm habt. Wünschen euch bestes Segelwetter und
    Handbreit!
    Holger

  3. Lieber Utz, wir wissen ja, du bist der Mann für ganz spezielle Fälle. Das garantiert uns jede Menge Spaß. Jeden Tag ein Abenteuer, das ist es, was wir lesen und sehen wollen.
    Ich freue mich auf Samstag. Sehnsüchtig werden unsere Blicke den Horizont absuchen und dann … Das „Reusenhaus“ ist bereit.
    Kommt gut rüber!

    Alexander

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