Wenn Opel dann auch Ø

 

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Der Wecker schrillt wie an einem frühen Arbeitstag sehr nachdrücklich gegen 5:30 Uhr, wir schälen uns aus den etwas klammen Schlafsäcken im Bauch der ausgekühlten Herkules, es ist halt Herbst und unser viertes Crewmitglied muss auch schon am frühen Morgen heiße Luft versprühen. Die Morgendämmerung ist traumhaft. Mit den steifen Fingern am Auslöser der Kamera glüht die Speicherkarte durch die zahlreichen Fotos nach kurzer Zeit. Das Ablegemanöver gelingt lautlos, auch um die Nachbarn nicht zu wecken. Wir tuckern eine halbe Stunde in die Morgendämmerung, bis auch Rasmus aufgewacht ist. Mit vollem Groß und Fock geht’s in Richtung Süden. Wir schlängeln uns zwischen der Südspitze des Festlandes und Utklippan durch, der Wind dreht auf NW und wir können mit Halb- bis raumen Wind bei zunehmendem Sonnenschein Bornholm anlegen. Fridtjof wird kalt und noch mehr übel, wie gewohnt und oft erprobt verzieht er sich unter Deck in die entlastende Schlafstellung. Der Vormittag verläuft mit moderaten 4-5 Bft, eine erste Gale-Warning kommt aber über Kanal 16 gegen 10:30 Uhr, für welches Seegebiet auch immer. Die Herkules zieht ihre Bahn nach Süden, sie läßt sich, wie immer, ausgezeichnet trimmen. Selbst bei über einem Meter Welle kann sie mit zwei Fingern sanft geführt werden, oft hält sie auch Kurs ohne Eingreifen des Steuermanns. Dieses Schiff weiß eben, wohin es nach Hause geht. Als die Sonne im Zenit steht, kommen wir zunehmend in heimische und oft gesehene Gefilde der Herkules. Wir sehen die ersten Frachter mit der Ansteuerung des Bornholmsgat voraus. Endlich wärmt die Sonne wenigstens ein bißchen. Der Wind frischt auf und das Surfen beginnt, Fridtjof, nun wieder erwacht, reitet die Wellen ab bei knapp 8 kn Fahrt. Sonne, glitzerndes Meer und ein schnelles Schiff, einfach nur schön. Rasmus bekommt zum Kaffeetrinken seinen zweiten Schluck für heute, er hat ihn sich verdient. Gegen fünf fahren wir in den kanalartigen Minihafen von ChristiansØ ein. Nun haben wir das zweite Mal bei einem Christian festgemacht, diesmal nicht mit opel sondern am Ende ein Ø, halt die winzige Insel vor Bornholm. Wir machen hinter Ulf, einem Hamburger fest, er lebt seit 13 Jahren auf einer alten Rassy 31 und ist in diesem Sommer auch schon bis Petersburg gekommen. Er wohnte aber auch zuvor in den letzten zwei Jahren in Berlin ganzjährig auf dem Schiff. Muss man mögen. Nach Anlegerbier und kurzem Snack erkunden wir die Insel, jeder in seinem Tempo und nach seinem Geschmack, im Vorraum des Duschtraktes entdecke ich ein Ölgemälde, hier auf der Insel hat alles Stil. Die Häuschen sehen aus, als wären sie hundert Jahre nicht verändert worden. Kaum ein Mensch ist zu sehen, doch scheint die Insel bewohnt. Punkt eine Stunde vor Sonnenuntergang wird die riesige dänische Flagge vor dem burgähnlichen Leuchtfeuer eingeholt. Das Eintauchen der Sonne im Meer nördlich von Bornholm von der Insel aus gesehen, ist grandios, vor lauter Freude und positiver Stimmung ist auch schnell bereits von dem Abendessen die erste Flasche Rosè geleert. So, jetzt haben wir lecker gegessen und sind durch den langen Tag ordentlich geschafft und saumüde.

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3 Kommentare

  1. Moin Männer,
    das liest sich alles sehr gut und schaut sich trotz Vermummung gut an. Ihr habt immer die perfekte Windrichtung bis nach Hause. Auch die Sonne läßt sich blicken. Also genießt die Zeit und laßt uns daran teilhaben. Ich geb es zu, ich bin neidisch! Liebe Grüße! Atze

  2. Ahoi Utz & crew,

    wofür die anderen 10 Segelbrüder und -schwestern 2 Wochen zur Verfügung hatten, bleibt Euch nur die Hälfte. Insofern habt Ihr einen angemessen rasanten Start hingelegt, wozu nun endlich auch das Testen des Sicherheitsequipments gehört. Wunderbar! Ich meine die Berichte. Und die Elemente sind mit Euch! Angesichts der Tatsache, dass wir ab kommenden Sonntag vergeblich nach Zeichen und Zeugnissen der neuesten Ostseeabenteuer suchen werden beschleicht mich schon jetzt die Wehmut.
    Aber bis dahin sind wir noch bei Euch, freuen uns aufs Wiedersehen, die letzten Meldungen und Fotos und wünschen Euch wie immer: Handbreit!
    Anke und Uwe

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