Marder am Morgen, wärmende Mittagssonne und Großstadtfeeling am Abend

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Kalt war die Nacht im Bauch der Herkules, es klarte auf und die Temperaturen zogen herbstlich an. Am Morgen läuft ein Marder in aller Seelenruhe die Pier entlang, er bleibt an unserem Schiff stehen. Wahrscheinlich arbeitet er mit dem Hafenautomaten zusammen und kontrolliert die Anmeldemarke. Er ist bestimmt darauf konditioniert, bei fehlendem Hafenparkschein die Festmacher oder wahlweise das Landstromkabel durchzunagen. Vielleicht gab es diese Kontrolltierchen auch schon in anderen Häfen der Herkulesrunde. Eine der vorherigen Crews hat bestimmt die Liegegebühr sparen wollen, um die Rumvorräte nachzufüllen. Dafür hat sich der Hafenmarder dann an der Buglaterne verewigt, sie geht bis heute nicht. Die Sonne lacht bei gefühlten 10 Grad Außentemperatur. Beim Keramiker in der Scolegade stehen zwei Kampfhunde im Lessie-Look im Schaufenster. Ich nehme allen Mut zusammen und klinke trotdem an der Tür. Ein noch etwas verschlafener Künstler öffnet und scheucht die Bestien in die Privaträume. Die Tasse ist erstanden, die Kasse des Ladens ist bestimmt 100 Jahre alt, mit schreibmaschinenähnlichen Tasten, einer Kurbel und einer knallend aufspringenden Schublade für das Wechselgeld. Wir legen ganz entspannt gegen 11.00 Uhr ab und lassen bis zur Nordspitze das erste Reff im Groß auf Am-Wind-Kurs. Der Wind dreht auf NO und läßt gleichzeitig nach, sodass wir bei Sonnenhöchststand RØnne auf Südkurs anlegen können. Die Welle fordert aufmerksames Steuern mit der sichernden Hand des Bullen. Die Sonne wärmt dank fast achterlichem Wind, der Reißverschluss der Ölzeugjacke kann wenigstens geöffnet werden. Eine Stunde vor Bornholms Metropole gelingt trotz der Wellen ein Schmetterling. Das Einparken im Yachthafen von RØnne nördlich des Fährterminals kann erst im dritten Anlauf vollendet werden. Zweimal stecken wir mit der leicht adipösen Herkules zwischen eher für Schärenkreuzer abgemessene Holzdalben wie der Korken in der Weinflasche fest. Die Nachmittagssonne scheint ins Cockpit. Ralf schnürt wieder seine Wanderschuhe. Fridtjof und ich hängen in der Sonne rum, einfach schön, so Zeit zu haben. Es ist einer der vielen Momente auf der (Heim)reise der Herkules zum Genießen. Ein großes Dankeschön an dieser Stelle an den Kommodore und Familie (seine und unsere), dass wir diesen Törn erleben dürfen. Plötzlich rauscht es auf der anderen Seite des Stegs. Trotz der gefühlten einstelligen Plusgrade ziehen zunächst mehrere Kajaks vorbei, gefolgt von einem guten alten Rudervierer, alles ältere Herren, gesteuert von einer jungen blonden Dänin, schöner Anblick in der tief stehenden Sonne, das Ruderboot natürlich. Kurze Zeit später erleben wir noch eine klassische Mittwochsregatta, bestehend aus zwei Booten, eines ist ein Opti. Nach einem kurzen Schlendern durch die Großstadt mit Auspuffgasen, vielen Autos und einer langen Schlange am Kino entschließen wir uns, den Abend mit einem gemeinsamen Diner beim Italiener ausklingen zu lassen. War echt lecker!

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