Basteltag in Grenaa

Wir beschließen einen Bastelstopp in Grenaa einzulegen. Es gibt einiges zu tun was auf unserer „dasmüssenwirnocherledigen“-Liste steht. Der Wind bläst kräftig und die Sonne scheint. Ich widme mich der Installation der Windsteueranlage. Das geht auch flott voran und ich finde das Ergebnis gut. Habe aber keine Ahnung, ob das so funktioniert. Ich fotografiere alles und sende die Fotos an Peter Förthmann, dem Endwickler der Windpiloten. Ich hoffe ich bekomme seinen Segen für meine Leinenführung.DSC_0008

Dann denke ich an die Gemütlichkeit im Cockpit und schraube Fahrradflaschenhalter an, damit die Bierdosen bei Lage nicht ständig im Cockpit rumklappern und feuchte Flecken hinterlassen. Ich schraube die Genuaschiene teilweise ab, um die Genuaschlitten in die richtige Reihenfolge zu bringen, da der Biminibauer dazu wohl keine Lust hatte.DSC_0015

Ute versinkt im „Aquarium“, unserer Hebeanlage unter dem Waschbecken, die das Abwasser aus Dusche und Waschbecken sammelt und dann per elektrischer Pumpe entleert. Das Ding hat keinen Geruchsverschluss und beim Zähne putzen steigen uns immer die Düfte der vergangenen Waschungen in die Nase. Also muss das Becken mal richtig geklorixt werden. Dabei stellen wir fest, dass mal wieder einige Liter des beliebten Wasser/Diesel Gemischs in der Bilge wabert. Also unsere Vakuumpumpe defloriert und leer gepumpt. Wir haben keinen richtigen Plan woher die Brühe kommt. Schmeckt jedenfalls lecker nach Diesel und die Geschmacksrichtung Süß –oder Salzwasser lassen sich nicht so richtig erkennen.

Wir müssen noch eine Post finden, da die Kindergeldstelle in Sachsen Informationsbedarf hat. Die Post ist angeblich 3 km entfernt und im Revierführer steht, dass die Wanderung nach Grenaa Centrum nicht sonderlich lohnenswert ist. Stimmt! Wir trinken einen Kaffee, geben den Brief auf und haben danach 11 km in den Waden.

Zurück im Hafen, raffe ich mich nochmals auf (das Werkzeug ist noch nicht verstaut) und schneide 200 €uro von unserem Spibaum ab. Das Ding ist viel zu lang und lässt sich schlecht händeln. Der Segelmacher, der uns die Sechsmeterzwanzig verkauft hat, hat aus fachlichen Gründen sicherlich nicht falsch entschieden, aber wir segeln keine Regatta und brauchen das Teil auch zum Ausbaumen der Genua. Das Segel stand fast 90° ab – platt wie ein Brett. Er hat sich noch entschuldigt, da eigentlich noch 70 cm fehlen würden, aber da müsste er uns einen Carbonspibaum fertigen lassen. Das fand ich dann doch etwas unpassend. Nach einer Stunde war alles wieder an seinem angestammten Platz und ich ging mir die Hände waschen….DSC_0017

Die Pumpe im Aquarium surrte laut, aber „no juice comes out …“. Gerne habe ich all mein Werkzeug wieder aus der Kiste gekramt, die Einbauten unter dem Waschtisch entfernt und die Pumpe aus dem Abwasser gezogen. Es stellt sich heraus, dass der Ablauf verstopft ist. Sicherlich haben all die Leckereien der letzten Jahre das Rohr gefüllt. Also mit einem Draht erfolglos gestochert. Dann half nur noch der Druckluftflaschentrick. Es blubbert draußen, ich baue alles wieder zusammen und die Pumpe surrt tatenlos. Alles wieder auseinandergebaut, Tauchflasche angetapet und Hahn auf. Das Bugstahlruder pustet kräftig gegen die Mole. Den Sundowner gibt’s dann gleich mit frisch gewaschenen Händen. Es wird Zeit, dass wir morgen wieder segeln gehen!DSC_0020

4 Kommentare

  1. Schöner Bastelbericht, Atze! und klassische Prioritätensetzung: die Neugier auf den schicken Windpiloten hat über alles andere obsiegt, dann aber fix die Flaschenhalter installiert, bevor man die 200 eus Aluschrott runterspülen muss und am Ende des Tages will man ja auch in Dänemark wieder mit sauberen Bastlerhänden in der Hafenbar sitzen. Fein gemacht.
    Mach ihn fertig, den FreiKerl!

  2. Moin Atze, bei der Windpilot hilft nur mutiges testen. Eine rechtwinkelige Leinenführung über vier Blöcke nutzen Stellwege und Kraft besser. Wenn der Kerl auch bei Druck gut am Ruder liegt geht sicherlich auch eine prismatische Anordnung.
    Stefan

  3. hallo Axel
    die steuerleinen hinten am windpilot habe ich später mit einem ordinären palsteg befestigt.bei den weichen und reckarmen tauen,und der ständigen Bewegung sind die anderen knoten früher oder später immer aufgegangen.
    euch noch viel spass:franki
    http://frankisegelt.jimdo.com/

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